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Kolping: „Option für die Familie“

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Gibt es nichts Wichtigeres zu tun für das Kolpingwerk? Warum überlassen wir es nicht denjenigen, die wirklich Macht haben, die Rahmenbedingungen für die Familie zu verändern?

Liebe Kolpingfreunde! Die zweite Frage mit „ja“ zu beantworten hat zur gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation geführt. Wir haben es den „Mächtigen“ überlassen, die Situation zu bestimmen und stellen oftmals erstaunt fest, dass unser Begriff von Familie nicht „mehrheitsfähig“ zu sein scheint.
Anders sind die familienfeindlichen Maßnahmen, die in vielen Ländern Europas und anderen Kontinenten getroffen wurden, nicht zu deuten. Dieser Erkenntnis folgend, müssen wir die erste Frage positiv beantworten: Es gibt nichts Wichtigeres zu tun für das Kolpingwerk !

Im übrigen gilt diese Antwort auch für die gesamte Kirche, wenn sie überleben will. Neben vielem anderen liegt die Berufung der christlichen Familie in der Weitergabe des Glaubens (Lumen Gentium, Kap. 11). Diese Aufgabe ist keine Einbahnstraße, die nur von den Eltern zu den Kindern führt.
„Die Familie muss wie die Kirche der Raum sein, wo die Frohbotschaft weitergegeben wird und überzeugend aufleuchtet. Im Schoß der Familie, die sich dieser Sendung bewusst ist, verkünden alle Familienmitglieder das Evangelium und empfangen es zugleich von einander. Die Eltern vermitteln nicht nur ihren Kindern die Frohbotschaft, sondern auch die Kinder können diese ihren Eltern in besonderer Lebendigkeit wiederschenken. Eine solche Familie wirkt verkündigend auch auf viele andere Familien und auf die gesamte Umwelt, in der sie lebt (Apostol. Schreiben, Joh. Paul II Nr. 52).

Fast dürfen wir die Familie ein Sakrament nennen. In der Liebe der Eltern zu ihren Kindern ist die Liebe Gottes zu den Menschen abgebildet. Kinder müssen unsere Liebe spüren, weil sie da sind, nicht weil sie etwas geleistet haben. Diese Liebe ohne Vorleistungen und Bedingungen entspricht der Liebe Gottes zu uns Menschen. „Die Liebe ist die Seele der Familie“ (Adolph Kolping).

Natürlich ist es Auftrag aller Kolpingfreunde und des ganzen Kolpingwerkes, immer wieder auf die gesellschaftliche Benachteiligung von Familien mit Kindern hinzuweisen. Belastende und diskriminierende Sachverhalte wie die Benachteiligung in der Altersvorsorge gehören regelmäßig angemahnt und an den gesellschaftlichen Pranger gestellt.

Die Familie als wichtigste gesellschaftliche Solidaritätsstruktur darf nicht das Opfer falscher Haushaltspolitik werden.
Die Schuld nur auf die Politiker abzuwälzen ist zu einfach. Jeder Christ, jedes Kolpingmitglied, jede Kolpingsfamilie ist aufgefordert, mit seinen/ihren Fähigkeiten an der Beseitigung von Nachteilen für die Familien mitzuarbeiten.

Überprüfen wir unser Programm auf Familienfreundlichkeit! Schaffen wir innerhalb unserer Kolpingsfamilie eine Atmosphäre, in der Familien spüren, dass sie willkommen sind. Welche Chance haben die Bedürfnisse von Familien in unserem Verband? Wie reagieren wir auf Störungen unserer Gemütlichkeit durch Kinder? Wie reden wir über die Eltern Heranwachsender, die dem Glauben den Rücken gekehrt haben? Sind wir ihnen eine Hilfe?

Christliche Familie ist keine Privatangelegenheit. Dafür müssen wir in einem „familienhaften“ Verband alle sorgen. Darum ist Kolping eine Option für die christliche Familie.


Euer Msgr. Axel Werner
Generalpräses des Internationalen Kolpingwerkes
 
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