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Ecuador: Organisation von Hausangestellten

In Seminaren werden die Hausangestellten weitergebildet und dazu ermuntert, Selbsthilfegruppen zu bilden.

In den Großstädten Lateinamerikas wird kaum eine Personengruppe stärker ausgebeutet als die Hausangestellten. Meistens handelt es sich um jüngere Frauen aus indigenen Bevölkerungsgruppen, die nur die Arbeit in einem Haushalt der Mittel- und Oberschicht als einen Weg aus der Armut erkennen. Ausbeutung bedeutet hier nicht nur Ausbeutung der Arbeitskraft, ungerechte Entlohnung und Arbeitszeiten rund um die Uhr. Ausbeutung bedeutet oft genug auch sexuellen Missbrauch.

So ist es auch in Quito, der Hauptstadt von Ecuador. Deshalb bietet das Kolpingwerk berufliche Bildungsmaßnahmen für die Hausangestellten an, damit diese einen besser bezahlten Arbeitsplatz finden können. Um die Hausangestellten besser abzusichern, arbeitet der Verband mit dem Erziehungsministerium zusammen. Gemeinsam betreiben sie eine Internetplattform, die Arbeitgeber und potentielle Arbeitnehmerinnen zusammenbringt. Kommt ein Arbeitsverhältnis zustande, wird es überwacht, so dass bei Ausbeutung eingegriffen werden kann.

Darüber hinaus werden die Hausangestellten dazu eingeladen, sich in Selbsthilfegruppen zu organisieren. Denn diese sind besser als Einzelpersonen in der Lage, bei Missbrauch und Ausbeutung einzugreifen und die Menschenwürde der Hausangestellten zu verteidigen.

Peter Schwab
Referent für Lateinamerika