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Indien: Versicherung für Arme

In ihren Spargruppen können indische Kolpingmitglieder seit 2003 auch Lebensversicherungen abschließen.

Zum Konzept des "decent work" gehört auch die soziale Absicherung für den Krankheits- oder Todesfall. Für die meisten Inder ist dies eine gänzlich neue Erfahrung.

Erst mit der Zeit verstehen die Menschen den hohen Wert einer solchen Lebensabsicherung; meist dann, wenn ein Familienmitglied stirbt und die Angehörigen eben nicht von heute auf morgen völlig mittellos dastehen, sondern erstmals eine Prämie ausgezahlt bekommen.

Um die Alltagsrisiken seiner Mitglieder abzusichern, vertreibt Kolping Indien seit 2003 Mikro-Risiko-Lebensversicherungen. Möglich ist das vor allem deshalb, weil der Verband mit seinem erfolgreichen Spar- und Kreditansatz in der Region solide verwurzelt ist. Die ländliche Bevölkerung akzeptiert und vertraut Kolping, was bei großen Versicherungsgesellschaften noch nicht der Fall ist.

Im Regionalverband Chennai wird beispielsweise mit der "Life Insurance Corporation of India" eine speziell auf die Kolpingmitglieder abgestimmte Lebensversicherung angeboten. Hierbei zahlen die Mitglieder ihr Leben lang jährlich die Summe von 100 Rupien (ca. zwei Euro) als Prämie ein. Die Indische Zentralregierung schießt ebenfalls 100 Rupien für jeden Versicherungsnehmer als staatliche Beihilfe hinzu. Spätere Auszahlungen verteilen sich dann auf natürlichen Tod eines Versicherten, den Tod des Versicherungsnehmers oder dessen Berufsunfähigkeit durch Unfall.

Martin J. Rüber
Referent für Asien