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Menschenwürdige Arbeit – eine Forderung unserer Zeit

"Decent work" bedeutet mehr als nur menschenwürdige Arbeit. Kolping setzt sich schwerpunktmäßig für Menschen in der Arbeitswelt ein.

Schon Adolph Kolping hat klar erkannt, dass die Arbeit ein zentraler Punkt für die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen ist und er eine menschenwürdige Arbeit benötigt, mit der er für sich und seine Familie den Lebensunterhalt sichern kann. 1981 schreibt Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika Laborem exercens: „Arbeit ist der Schlüssel zur Lösung der sozialen Frage“, und er betont eindringlich, dass auch in der Arbeitswelt die Würde des Menschen bewahrt werden muss. "Decent work" steht aktuell im Mittelpunkt der Arbeit der ILO in Genf (Internationale Arbeitsorganisation), der ältesten UN-Organisation. Diese Initiativen der ILO sind auch Richtschnur für das Kolpingwerk: Im Rahmen des 2007 beschlossenen Schwerpunktprogramms „Im Geiste Adolph Kolpings – Samenkörner der Hoffnung in der Arbeitswelt säen“ startet Kolping weltweit Initiativen, um Menschen zu einer menschenwürdigen Arbeit zu verhelfen. Einige Beispiele finden Sie auf der nächsten Seite.

"Decent work", das bedeutet zumindest, eine Arbeit zu haben, die sozial abgesichert und gerecht bezahlt ist. Doch Millionen von Menschen sind ohne Arbeit, andere haben eine Beschäftigung ohne jede soziale Absicherung und Hunderttausende stecken in Kinder- oder Zwangsarbeit.

All diese aktuellen und drängenden Probleme in der Arbeitswelt haben die ILO veranlasst, verstärkte Anstrengungen zur Schaffung von menschenwürdiger Arbeit zu unternehmen. Unter dem Stichwort: „decent work“ sollen sogenannte Kernarbeitsnormen durchgesetzt werden, wie die Abschaffung der Kinderarbeit oder der Zwangsarbeit und das Recht auf die Bildung von Gewerkschaften und auf Kollektivverhandlungen. Geplant sind Initiativen für eine faire Globalisierung, die Schaffung neuer Arbeitsplätze, eine Unterstützung der Arbeiter beim Aufbau von Interessenvertretungen, der Ausbau von sozialen Sicherungssystemen für allgemeine Alltagsrisiken wie Krankheit, Alter, Arbeitslosigkeit etc. und die Förderung des sozialen Dialogs zwischen den Interessengruppen in der Arbeitswelt.

Hubert Tintelott
Generalsekretär