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Jahresbericht 2015


Gegen den „Shrinking Space“ der NGOs. Keine Nachhaltige Entwicklung ohne aktive Zivilgesellschaften. KOLPING INTERNATIONAL legt Jahresbericht 2015 vor.

Im aktuellen Jahresbericht blickt KOLPING INTERNATIONAL auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurück. 186 Projektmaßnahmen in 41 Partnerländern konnten weltweit unterstützt werden. Dank gestiegener öffentlicher Fördermittel und stabilem Spendenaufkommen standen dafür knapp 10 Millionen Euro zur Verfügung. Sorgen bereitet dem katholischen Sozialverband allerdings der kleiner werdende Aktionsraum für NGOs in vielen Ländern.

Als im April diesen Jahres im Deutschen Bundestag über den Freiraum zivilgesellschaftlicher Organisationen weltweit diskutiert wurde, brachten alle Parteien diesen neuen Notstand ins Wort: Fast überall auf der Welt wird der Aktionsraum für Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Verbände und andere Gruppen der Zivilgesellschaft kleiner. „Kolpingverbände sind in ihrer Brückenfunktion zwischen Gesellschaft und Kirche in über 60 Ländern auf allen Kontinenten Aktivposten der Zivilgesellschaften. Wir erleben vielerorts, dass nicht nur die politische Unterstützung unserer sozialen Arbeit weniger wird, sobald man Regierungshandeln nicht Widerspruchsfrei gut heißt, sondern dass wir und andere Akteure reale Benachteiligungen erfahren gegenüber staatlichen Organisationen“, erklärt Dr. Markus Demele, Generalsekretär des Internationalen Kolpingwerkes und stellvertretender Vorsitzender des Sozial- und Entwicklungshilfe des Kolpingwerkes (SEK) e.V. „Zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele, auf die sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen im September 2015 verpflichtet haben, ist die Beteiligung der NGOs jedoch unverzichtbar.“

Welchen Beitrag KOLPING INTERNATIONAL zur Erreichung der Agenda 2030 im vergangenen Jahr geleistet hat, dokumentiert der Jahresbericht 2015. Der katholische Sozialverband und seine Fachorganisation für Entwicklungszusammenarbeit, der SEK e.V., tragen weiterhin auf vielen Ebenen zu dessen Realisierung bei – als Berater bei internationalen Organisationen wie ILO und ECOSOC ebenso wie durch die weltweite Projektarbeit. Die Basis des Kolping-Selbsthilfeansatzes bilden dabei die Kolpingsfamilien in den Partnerländern: demokratisch organisierte Solidargemeinschaften, in denen Menschen zusammen daran arbeiten, dass jeder Einzelne, aber auch die Gemeinschaft und die Gesellschaft insgesamt lebenswerter werden. Dadurch leistet KOLPING INTERNATIONAL seit über 40 Jahren weit mehr als nur kurzfristige Armutsbekämpfung: Mithilfe der Kraft einer lebendigen Zivilgesellschaft werden Sozialstrukturen geschaffen, die das nötige Fundament für mehr Gerechtigkeit und eine nachhaltige Entwicklung für alle sind.

Erfreulicherweise konnte KOLPING INTERNATIONAL seine Projekt- und Verbandsarbeit in 2015 abermals ausweiten. Die öffentliche Förderung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) lag mit rund 6,9 Millionen Euro 17 Prozent über dem Vorjahr (5,9 Millionen Euro). Insgesamt standen dem SEK e.V. knapp 10 Millionen Euro für die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa zur Verfügung. 11.000 Einzelspender und fast 400 Gruppen – darunter vor allem Kolping-Diözesanverbände und Kolpingsfamilien aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg –  förderten die weltweite Projektarbeit mit Spenden in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro.

KOLPING INTERNATIONAL ist ein katholischer Sozialverband mit mehr als 400.000 Mitglieder in insgesamt 61 Ländern. Seine Fachorganisation für Entwicklungszusammenarbeit, der Sozial- und Entwicklungshilfe des Kolpingwerkes (SEK) e.V., unterstützt die Projektpartner vor Ort in mehr als 40 Ländern. Diese Entwicklungs-zusammenarbeit wird finanziert durch öffentliche Fördermittel (vor allem des BMZs) sowie durch Spenden.

Michaela Roemkens
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Sozial- und Entwicklungshilfe des Kolpingwerkes (SEK) e.V.
Kolpingplatz 5-11, 50667 KölnTel. +49-221-77880-27, michaelaroemkens@kolping.net