Seit dem Militärputsch im Februar 2021 befindet sich Myanmar im Ausnahmezustand. Die anhaltende Gewalt bringt großes Leid über die Bevölkerung. Millionen von Menschen sind auf der Flucht. Unter ihnen Schwangere und Mütter mit ihren Kindern. Tausende Flüchtlinge hungern und verstecken sich in schwer zugänglichen Dschungelregionen. Kolping unterstützt die Geflüchteten und organisiert medizinische Hilfe.
„Den Frauen und Kindern fehlt es an allem“, berichtet Lei Lei Win, Geschäftsführerin von Kolping Myanmar. „Sie sind von der Flucht geschwächt und mangelernährt. Oft haben die Mütter nicht genügend Muttermilch, um ihre Neugeborenen zu stillen.“ Viele Säuglinge und Kleinkinder leiden an Durchfall und Bronchitis, denn während der Regenzeit kann es nachts sehr kalt werden. Für die Neugeborenen und Kleinkinder kann ein solcher Infekt schnell lebensbedrohlich sein.
Medizinische Hilfe
Ob in den Wäldern oder in abgelegenen Dörfern – Kolping Myanmar begleitet das medizinische Fachpersonal und sorgt für die Ausgabe von Medikamenten, Nahrungsmitteln, Hygienematerial, Decken und Kleidung.
In den ersten acht Monaten des Jahres konnten zehn mobile Kliniken in drei Diözesen ihre Dienste für die geflüchteten Familien anbieten.
Kolping versorgt die Geflüchteten auch mit Medikamenten. Bislang konnten rund 1.000 Kinder und Erwachsene kostenlos behandelt werden. Die Medikamente wurden in drei Flüchtlingslagern ausgegeben und in 15 Dörfern, in denen die Mütter und ihre Kinder untergekommen sind.
Gesundheitsaufklärung
In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 konnte Kolping Myanmar 45 Schwangere betreuen. Der Verband organisiert regelmäßig Veranstaltungen zur Gesundheitsaufklärung (‚Health awareness‘). Dabei lernen die Mütter, wie sie ihre Säuglinge hygienisch versorgen, Krankheiten vorbeugen und worauf es für eine gesunde Entwicklung in den ersten Lebensjahren besonders ankommt. 200 Mütter konnten von Januar bis August 2026 erreicht werden.
Neue Existenz aufbauen
Damit die Frauen für sich und ihre Kinder sorgen können, bietet Kolping kurze Ausbildungen an. Dort lernen sie zum Beispiel, Seife herzustellen, Stoffe zu bedrucken, zu kochen, zu backen oder zu nähen. Mit diesen Fähigkeiten können sie eigenes Geld verdienen und sich eine neue Existenz aufbauen und schöpfen Hoffnung.















