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Safeguarding als zentrale Aufgabe der Partnerschaftsarbeit

Am 24. und 25. April führte KOLPING INTERNATIONAL eine Safeguarding-Fachtagung mit rund 40 Teilnehmenden aus verschiedenen Kontexten der internationalen Partnerschaftsarbeit durch.

Die Tagung wurde von Sigrid Stapel geleitet. Als Referentin gestaltete Judith Behrens von AGIAMONDO die fachlichen Inhalte, unterstützt von ihrer Kollegin Regine Hertlein. Ziel der Fachtagung war es, ein gemeinsames Verständnis von Safeguarding zu entwickeln, für Macht- und Gewaltstrukturen zu sensibilisieren und konkrete Konsequenzen für die internationale Partnerschaftsarbeit zu diskutieren.

Wichtig: Leitlinien und präventives Handeln

 Zum Auftakt wurden die Vorerfahrungen der Teilnehmenden zu Partnerschaftsarbeit und Safeguarding zusammengetragen. Eine anschließende Einführung verdeutlichte, dass Safeguarding ein dauerhafter Organisations- und Kulturprozess ist, der klare Leitlinien, präventives Handeln sowie verlässliche Melde- und Reaktionswege braucht.

Am Beispiel eines Kartenspiels setzten sich die Teilnehmenden mit Macht, Hierarchien und struktureller Gewalt auseinander. Dabei zeigte sich, wie stark Privilegien den Zugang zu Aufmerksamkeit und Teilhabe beeinflussen – oft ohne, dass sich privilegierte Personen ihrer Position bewusst sind. Diese Dynamiken wurden auf individuelle, gesellschaftliche und globale Ebenen übertragen und insbesondere im Kontext der Nord-Süd-Partnerschaftsarbeit reflektiert.

Vorbeugung von Grenzverletzungen

Weitere Einheiten widmeten sich dem Gewaltbegriff, unterschiedlichen Gewaltformen sowie dem Thema Einvernehmen („Consent“) und kulturellen Unterschieden. Deutlich wurde, dass Wahrnehmung und Bewertung von Gewalt stark vom jeweiligen Kontext, von Erfahrungen und rechtlichen Rahmenbedingungen abhängen. Gerade in internationalen Partnerschaften sind Sensibilität, Dialog und gegenseitiges Vertrauen entscheidend, um Grenzverletzungen vorzubeugen und handlungsfähig zu bleiben.

Safeguarding als dauerhafte Aufgabe

Zum Abschluss reflektierten die Teilnehmenden, was Safeguarding konkret für ihre eigene Partnerschaftsarbeit bedeutet – von der Vorbereitung internationaler Begegnungen über Verhalten und Verantwortung vor Ort bis hin zur Nachbereitung. Genannt wurde unter anderem eine klare Haltung zu Machtfragen, offene Kommunikation, regelmäßige Reflexion sowie ein bewusster Umgang mit Nähe, digitalen Medien und persönlichen Beziehungen.

Die Tagung machte deutlich: Safeguarding ist kein abgeschlossenes Thema, sondern eine dauerhafte Aufgabe und ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller internationaler Partnerschaftsarbeit.

 

 

Zum Download: Dokumentation der Fachtagung