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Indien: Zwischen Aufbruch und Armut

Mitte Januar war Generalpräses Msgr. Christoph Huber zu Gast in Indien, dem zweitgrößten Kolpingverband weltweit. Er erhielt eindrucksvolle Einblicke in die Arbeit des Verbandes. Begegnungen mit Kolpingsfamilien und indigenen Gemeinschaften zeigten, wie wirksam Hilfe zur Selbsthilfe und Frauenförderung Armut bekämpfen und Perspektiven schaffen.

In Kancheepuram im Bundesstaat Tamil Nadu wurde er herzlich empfangen und durfte sogleich eine neu eröffnete Baumschule einweihen. Auch eine gemeinsame Messe mit dem Bischof der Diözese Vellore, Ambrose Pitchaimuthu, stand auf dem Programm. Weitere Stationen waren Besuche bei Kolpingsfamilien sowie Angehörigen indigener Volksstämme, um die Kolping mit einkommensfördernden Maßnahmen unterstützt.

Bittere Armut auf dem Land

„Indien zeigt sich auf den ersten Blick als Land, das in den technischen Bereichen und damit im Erscheinungsbild der Städte zunächst wohlhabend und prosperierend wirkt. Bei Besuchen auf dem Land, vor allem bei den Stämmen in den Bergen, zeigt sich jedoch bittere Armut“, schildert Christoph Huber seine Eindrücke. „Hier habe ich Frauen getroffen habe, die sich durch das Projekt von Kolping Ziegen halten können. Die Düngerproduktion und Ziegenzucht ist ihre Lebensgrundlage. Die Dankbarkeit dieser Frauen war für mich überwältigend.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Hilfe zur Selbsthilfe macht auch das Kolping-Profil in Indien aus. Bei seinem Besuch konnte sich der Generalpräses von der Wirksamkeit des Kolping-Ansatzes überzeugen. Die Mehrheit der Mitglieder in Indien ist weiblich, und der Verband stärkt die Frauen (Stichwort: Empowerment) und ermutigt zu Eigeninitiative. In Indien sind alle Kolpingsfamilien in Spargruppen organisiert. „Ich habe kleine Geschäfte von Näherinnen besucht, die sich durch Ausbildung und einen Kleinkredit selbstständig machen konnten und in der Kolpinggruppe die erfahrene Hilfe weitergeben“, berichtet Christoph Huber.

KOLPING Indien wurde im März 1981 gegründet. Mittlerweile umfasst der Nationalverband über 42.000 Mitglieder in 3.200 Kolpingsfamilien.