MENU

09.05.2006: Alt-Generalpräses Heinrich Fischer verstorben

Das Kolpingwerk trauert um Alt-Generalpräses Prälat Heinrich Fischer, der am 6. Mai im 86. Lebensjahr verstarb.

Heinrich Fischer wurde am 2. Juli 1920 am Fuß des Freisinger Dombergs als Sohn eines Friseurs geboren. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums wurde er zur Wehrmacht als Fallschirmjäger eingezogen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Theologie und wurde am 29.6.1950 im Hohen Dom zu Freising vom Erzbischof von München und Freising, Michael Kardinal von Faulhaber, zum Priester geweiht. Bis 1954 war er als Kaplan und Religionslehrer in Schliersee und Wolfratshausen tätig.

Von 1954 bis 1961 war er Landespräses des bayerischen Kolpingwerkes in München und gehörte dadurch zur Generation der „Gründungsväter“ des Kolpingwerkes in Bayern. Im Rahmen dieser Tätigkeit wirkte er auch 1960 bei der Vorbereitung und Durchführung des eucharistischen Weltkongresses in München mit.

An diese Zeit in Bayern schloss sich, von 1961 bis 1972, seine Tätigkeit als Generalpräses des Internationalen Kolpingwerkes in Köln an. Dort baute er die - im Krieg zerstörte - Zentrale des Kolpingwerkes und das Kolpinghaus International wieder auf. Im Jahr 1961 wurde Fischer der päpstliche Titel eines Monsignore verliehen.

Ab dem Jahre 1972 wirkte Heinrich Fischer 21 Jahre als Stadtpfarrer und Stiftspropst von St. Martin in Landshut. In dieser Zeit musste sich der beliebte Seelsorger, der 1972 zum päpstlichen Ehrenprälaten ernannt worden war, intensiv um die Sanierung der Kirche St. Martin kümmern. Diese Aufgabe konnte im Oktober 1991 im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes mit dem Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter, abgeschlossen werden.

Fischer setzte in seiner Pfarrei auch pastorale Schwerpunkte wie den Emmausgang am Ostermontag und - in Absprache mit dem Katholikenrat der Stadt Landshut - die Wiedereinführung der Fronleichnamsprozession. In positiver Zusammenarbeit mit dem Verein „Die Förderer“ konnte er den Anstoß zum Abschlussgottesdienst der Landshuter Hochzeit geben.

Prälat Heinrich Fischer übte mehr als ein Jahrzehnt das Amt des Dekans im erzbischöflichen Dekanat Landshut aus und engagierte sich im sozialen Bereich von 1981 bis 1993 als erster Vorsitzender des Caritasverbandes Landshut. Fischer war von 1971 bis 1975 Mitglied der gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik, gehörte dem Priesterrat der Erzdiözese München und Freising und dem Diözesansteuerausschuss der Erzdiözese an.

Für sein engagiertes Wirken erhielt Fischer eine Reihe von Auszeichnungen, beispielsweise 1993 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

1993 trat Fischer als Stiftspropst und Pfarrer von St. Martin zurück und trat seinen wohlverdienten Ruhestand an. Er zog nach Bad Reichenhall, wo er in der Kurseelsorge und in der Pastoral der Pfarrei St. Nikolaus mithalf. Im Jahr 2000 kehrte er nach Landshut zurück und verbrachte im Heilig-Geist-Spital seine letzten Lebensjahre, wobei er die Interessen der Heimbewohner als ihr Sprecher vertrat.

Am 12. Mai wird für Prälat Heinrich Fischer in der päpstlichen Basilika St. Martin um 10 Uhr das Requiem gefeiert. Im Anschluss an diesen Seelengottesdienst wird er in der Probstgruft in der Altdorfer-Kapelle von St. Martin bestattet.

Der Sterberosenkranz wird am 11. Mai um 17 Uhr in der Basilika St. Martin gebetet.