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01.12.2017: Migration

Europa nicht mehr der dominante Player - Einwanderungsgesetze würden helfen


Zum EU-Afrika-Gipfel, der Ende November in Abidjan/Elfenbeinküste stattgefunden hat, äußert sich Afrika-Experte Volker Greulich von Kolping International im Domradio.

„Europa ist nicht mehr der dominante Player", stellt er fest, China komme jetzt ins Spiel. Viele junge Migranten hätten inzwischen eine gute Ausbildung. „Mittlerweile ist ein zunehmender Anteil dieser Jugendlichen vergleichsweise gut ausgebildet und hat einen Sekundarschulabschluss. Es gibt viele Universitätsabsolventen, die keine Stellen finden. Folglich brauchen sie Arbeitsplätze. Das ist eine große Frage, die auch jetzt auf dem EU-Afrika-Gipfel in Abidjan besprochen wird. Das Patentrezept gibt es dafür nicht, aber man wird auch da an Wirtschaftsentwicklung und -wachstum nicht vorbeikommen“, so Greulich.

„Das Fluchtproblem wird nicht besser, wenn man nicht auch ein Ventil in Form eines Einwanderungsgesetzes schafft. Für einen Teil der Menschen muss eine Möglichkeit geschaffen werden, zu immigrieren. Das wäre eine "Win-Win"-Situation: Es würde Druck aus den Ländern nehmen und wir würden viele motivierte Arbeitskräfte gewinnen, was auch in unserer Demographie nicht ganz uninteressant ist.“

VENRO: Legale Migration weltweit möglich machen

Ab kommenden Montag beraten in Mexiko Vertreterinnen und Vertreter der UN-Mitgliedsstaaten über den Globalen Pakt zu Migration. Aus Sicht von VENRO, dem Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe, sollte der Pakt konkrete Schritte benennen, wie legale Migrationswege weltweit ausgebaut werden können. „Wir dürfen Migration nicht nur restriktiv und aus einer Abwehrhaltung heraus diskutieren“, sagt Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von VENRO. „Wenn es gelingt, Migration global und gerecht zu steuern, können sowohl die Herkunftsländer als auch die Zielländer  und die Migranten selber profitieren. Darum brauchen wir weltweit legale Zuwanderungswege für Migranten.“