MENU

30.05.2017: Kolpingwerk Europa: Fluchtursachen bekämpfen

Die Not der Menschen verdeutlicht, wie dringend die Bekämpfung von Fluchtursachen ist.


Zur Bekämpfung der Fluchtursachen, die eine globale Herausforderung darstellen, nimmt das Kolpingwerk Europa sich und andere in die Verantwortung. Dies hat die Kontinentalversammlung in Lviv (Lemberg)/Ukraine beschlossen.

Erneut erlebt Europa nach dem Zweiten Weltkrieg die Folgen von Flucht und Vertreibung. Die humanitäre Notlage der Menschen macht deutlich, wie unverzichtbar die Bekämpfung von Fluchtursachen ist.

Nach Angaben der UN waren 2015 weltweit 65,3 Millionen Menschen aus unterschiedlichsten Gründen auf der Flucht. Davon flohen 86 % der Menschen innerhalb ihres Landes oder in Nachbarländer, die meist selbst erhebliche Entwicklungsdefizite aufweisen. Ein Viertel aller Flüchtlinge hält sich in Ländern auf, welche laut UN zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt zählen. Dabei sind rund 50 % aller Flüchtlinge weltweit Kinder und Minderjährige. Nur ein geringer Teil der Flüchtenden erreicht Europa, da den meisten von ihnen die finanziellen Mittel für eine Flucht über weite Strecken fehlen bzw. schlechte und unsichere Wege sowie undurchlässige Grenzen ein Weiterkommen unmöglich machen. Im Jahr 2016 sind allein auf dem Mittelmeer nach offiziellen Angaben des UNHCR mehr als 5.000 Menschen auf der Flucht ertrunken. Dabei dürfte die tatsächliche Zahl noch viel höher sein.

Zu den Fluchtursachen zählen Kriege und Konflikte aus religiösen, wirtschaftlichen und politischen Gründen. Auch Hungersnöte und Diskriminierung, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen, soziale Ausgrenzung und Vertreibung, Elend und Ausbeutung sowie die Folgen des Klimawandels gehören dazu.

Der Wortlaut der Erklärung ist in deutscher und englischer Sprache angefügt. Die Kontinentalversammlung tagte vom 26. bis 28. Mai 2017 in Lemberg/Ukraine.


Binnenflüchtlinge in der Ukraine. Kolping kümmert sich um die Flüchtlinge, die aus dem Osten des Landes geflohen sind. Ein Großteil der Vertriebenen sind Mütter mit ihren Kindern.