NEWS

Taten statt Worte: Zivilgesellschaft sieht dringenden Handlungsbedarf in der deutschen Nachhaltigkeitspolitik

Taten statt Worte: Zivilgesellschaft sieht dringenden Handlungsbedarf in der deutschen Nachhaltigkeitspolitik

(Köln, 04.06.19) Im September 2015 haben die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 mit den Sustainable Development Goals (SDGs) verabschiedet – 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung weltweit. Im September findet erneut ein UN-Nachhaltigkeitsgipfel statt, bei dem die Staats- und Regierungschefs erstmals eine umfassende Bilanz über die bisherige Umsetzung der SDGs ziehen werden. Dabei ist schon jetzt klar: Mit dem bisher vorgelegten Tempo werden die meisten der 17 Nachhaltigkeitsziele bis 2030 nicht umsetzbar sein!

Vor diesem Hintergrund hat ein breites Bündnis von zivilgesellschaftlichen Organisationen, zu dem auch KOLPING INTERNATIONAL gehört, eine gemeinsame Erklärung an die Bundesregierung erarbeitet, die gestern in Berlin beim Zivilgesellschaftlichen Gipfel zur Agenda 2030 veröffentlicht und mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik diskutiert wurde. Dazu Dr. Markus Demele, Generalsekretär von KOLPING INTERNATIONAL: „2015 war die Hoffnung groß, dass es sich bei den SDGs tatsächlich um einen Weltzukunftsvertrag handelt. Die Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus brachte im gleichen Jahr auch den spirituellen Ansporn hin zu einem nachhaltigeren Lebensstil. Politisch ist jedoch weder auf der internationalen Ebene noch hier in Deutschland erkannt worden, welche dramatischen Konsequenzen es global haben wird, wenn wir das Thema Nachhaltigkeit weiterhin so zögerlich angehen und nötige durchgreifendende Kursänderungen immer nur in die Zukunft verschieben. Es ist Zeit zu handeln.“

Die gemeinsame Erklärung, die von 118 Organisationen aus ganz Deutschland unterzeichnet wurde, zeigt die Einigkeit in der Zivilgesellschaft über fehlende Anstrengungen der Politik im Bereich Nachhaltigkeitspolitik. Dabei verbindet sie ein Kerngedanke der Agenda 2030: Nur, wenn ökologische, soziale und wirtschaftliche Fragen grenzübergreifend gedacht werden und gesellschaftliche Gruppen gemeinsam an Lösungen arbeiten, können Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit gefunden werden. Deshalb fordert die Erklärung: Die Bundesregierung muss der Umsetzung der Agenda 2030 oberste Priorität einräumen und ihre Politik endlich an den nachhaltigen Entwicklungszielen ausrichten.

Pressekontakt:

Michaela Roemkens / michaelaroemkens@kolping.net / 0221-77880-27 oder -22

KOLPING INTERNATIONAL Cooperation e.V.

Kolpingplatz 5-11, 50667 Köln